Der Schrei

 
 
Inspiriert von den Bildern Edvard Munchs und frei nach dem Roman „Der Schrei“ des polnischen Schriftstellers Stanislaw Przybyszewski ist das Stück DER SCHREI ein flirrender Krimi, eine Gratwanderung entlang der Abgründe der menschlichen Seele, die aus der Welt des Sichtbaren, Greifbaren, Bewußten hinausführt - hinein in die Sphären des Unterbewußten, des nur zu Ahnenden.


Eine Frau stürzt sich von einer Brücke. Ihr Schrei gellt durch die Nacht. Der Maler Gasztowt rettet suíe gegen ihren Willen und nimmt sie mit in sein Atelier. Als sie am nächsten Morgen evrschwunden ist, macht er sich - fasziniert von ihrem Schrei - auf die Suche nach ihr. Er trifft auf Weryho, reich, undurchschaubar, scheinbar ein glühender Verehrer der Kunst Gasztowts. Was anfangs nach zufälligen Begenunge  aussieht, entpuppt sich immer mehr als ein geschickt eingefädeltes Spiel des dämonischen Weryho, das ein tödliches Ende nehmen wird ...


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Das weltberühmte Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch entstand 1893. Munch lebte zu dieser Zeit in Berlin und war - ebenso wie Stanislaw Przybyszewski - Mitglied des Künstlerkreises, der sich in der legendären Kneipe „Zum schwarzen Ferkel“ traf. Maler und Schriftsteller waren befreundet und standen in enger künstlerischer Wechselbeziehung - die Bilder des einen inspirierten die Texte des anderen und umgekehrt. Besonders deutlich wird dies am „Schrei“ - noch 1918 veröffentlichte Przybyszewski mit „Der Schrei“ den „Roman zum Bild“.


Munch und Przybyszewski fanden jeder im anderen den Verwandten ihrer Künstlerseelen; sie waren thematisch und ästhetisch im Einklang. Beide waren sie Wegbereiter der Moderne, die die herkömmlichen Formen sprengten; Vorläufer von Expressionismus und Surrealismus, die psychoanalytischen Theorien von Freud und C.G. Jung vorwegnehmend. Sowohl die formale Neuheit der Werke als auch ihr berüchtigtes Leben in der Berliner Bohème sorgte für manchen Skandal.  Obwohl beider Persönlichkeiten in das Stück eingeflossen sind, ist DER SCHREI keine biografische Abhandlung, sondern eine Auseinandersetzung mit ihren Themen und ihrem künstlerischen Schaffen. Kenner des Munch‘schen Oeuvres werden einige Bildzitate in der Inszenierung wiederfinden.


Im Zuge der Stückentwicklung reiste das Ensemble auch gemeinsam zu Recherchen nach Polen. Dank der Gastfreundschaft des Theaters Osmego Dnia konnte sich die Cosmos Factory von Poznan aus auf die Spurensuche auf Przybyszewskis Wegen machen.



Pressestimmen



„Die Cosmos Factory präsentiert das den Wahnsinn streifende expressionistische Malen in einem bunten Cocktail aus Schauspiel, Tanz, Pantomime und Gesang. Sie steigern die multimediale Vorlage in ein sinnliches Crossover, das Weihrauchduft, Action-Painting und Tänze in roten und blauen Lichtkästen miteinander verbindet. Auf kafkaeske Albtraumsequenzen folgt eine Pantomime un ter einer Dusche aus Licht und dann der ekstatische Tanz einer Discoqueen. Mittendrin eine Slapstick-Einlage . (...) Die Theatermacher scheuen sich nicht, düstere Stimmungen mit Gothic-Klängen zu begleiten oder das Finale mit furiosem Orgelbrausen zu unterlegen. Das kanns chief gehen, wenn es zur Effekthascherei wird. Doch bei der Annäherung an das künstlerische Schaffen um die Jahrhundertwende gelingt die Verbindung von Inhalt und Form.“

taz, 26. Oktober 2001


„Szenen, die zwischen bildhafter Wahrnehmung und tiefer Empfindung einen Spannungsbogen bauen, der gekonnt gesteigert wird. Erlösung aus diesem Sog von unglaublicher Gefühlstiefe und der tragischen, packend erzählten geschichte über einen Mörder findet der Zuschauer erst mit dem Schlußapplaus. (...) Edvard Munch dachte in Bildern, Przybyszewski schrieb in Bildern, dieses Stück spricht Bilder. Bilder, die der Verstand erfasst, die das Gefühl berühren. Der Schluss auf dieser Bühne ist nicht das Ende. Das Stück, in all seiner Ausdruckskraft, lebt weiter. Man möchte es, gleich einem Bild, an die Wand hängen, um es wieder und wieder zu betrachten. Oder einfach noch mal hingehen.“

Sonntagsjournal, 07. Oktober 2001


Bericht Sonntagsjournal zum Download



„Die Inszenierung lebt nicht vom Wort allein, sondern ist eine suggestive Mischung aus Musik, Licht, Gestik und expressiver Sprache. Die rundum gelungene Aufführung saugt die Zuschauer gleichsam hinein in die Abgründe der menschlichen Seele und in die Sphäre des Unbewussten und entlässt ihn am Schluss im Grunde ohne Trost.“

Weserkurier, 27. Oktober 2001

Bericht Weserkurier zum Download



„Es gibt kein Entrinnen. Oder? Eine dramatische, künstlerische Schöpfungsgeschichte.“

BLV, 31. Oktober 2001



„Manch traumhaftes, sehr genau gesetztes Bild und expressionistische Schattenspiele im poppigen Licht zeugen von einem neuen Stil aus Tanz, Theater und bewegter Malerei.“

Hildesheimer Allgemeine Zeitung



„Die von Beginn an hohe Qualität, gründliche Recherche und gute PR-Arbeit führten dazu, dass die Cosmos Factory inzwischen von zahlreichen offiziellen Stellen gefördert wird. Das Publikum ist begeistert von den gut recherchierten, immer mit vielseitigen theatralischen Mitteln aufbereiteten Themen abseits des Mainstream.“

Bremer 10 / 2001


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Das Team


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Produktionsleitung:

Eine Produktion der Cosmos Factory


Mit freundlicher Unterstützung von

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Fonds Darstellende Künste

 

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