Welt - - - Oelze

 
 
“Das Biografische ist ohne Belang.“, beschied Richard Oelze kurz und knapp. „Bilder sind letzten Endes der persönlichste Ausdruck eines Menschen: ich bin dafür, sich nur daran zu halten. „ Auch wenn Oelze zeitlebens bestrebt war, keine Spuren zu hinterlassen - die Cosmos Factory hat sich dennoch auf die Suche gemacht. In  Interviews und Archivrecherchen haben Oliver Peuker und Ute Falkenstein zahlreiche persönliche Erinnerungen an Richard Oelze zusammengetragen und - hiervon ausgehend - die theatrale Installation WELT---OELZE entwickelt.


Theatersommer einmal anders! Es gab keine Zuschauertribüne, sondern jede(r) Besucher(in) konnte sich bei freiem Eintritt selbst auf den Weg rund um den Teich des Barkenhoff machen und in die Oelze’sche Welt eintauchen – in eine Landschaft, die im wahrsten Sinne des Wortes in einem völlig anderen Licht erschien. Klanginstallationen und Live-Musik, Spielszenen und Objekte mit Bezug zu Leben und Werk von Oelze schufen entlang des Weges unterschiedlichste atmosphärische Räume und luden zum individuellen Verweilen, Schauen und Hören in dieser nächtlichen Welt ein. Wer mochte, kam gleich um 22 Uhr, wer mochte, auch später – die Installation war jeweils bis ca. 24 Uhr geöffnet.


Richard oelze - der grosse unbekannte



Wenn man an die Worpsweder Künstler denkt, kommen einem in der Regel Namen wie Paula Modersohn-Becker, Heinrich Vogeler, Otto Modersohn und Fritz Mackensen in den Sinn. Doch wer kennt Richard Oelze?


Oelze? Oelze. 1900 – 1980.


Oelze gilt in Fachkreisen als einer der ganz großen deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts. Einer breiteren Öffentlichkeit ist er hingegen nahezu unbekannt – und doch ist er neben Paula Modersohn-Becker der einzige Worpsweder Künstler, der im New Yorker Museum of Modern Art vertreten ist.


Oelze. Der große Unbekannte. Immer bestrebt, biografische Spuren auszulöschen; Zeit seines Lebens von vielen Legenden und mysteriösen Geschichten umrankt. Die Phantasie seiner Zeitgenossen hat er wie nur wenige andere auf sich gezogen: „Eine ziemlich rätselhafte Persönlichkeit.“. „Künstlerisch wie psychologisch eines der großen ungelösten Rätsel im Terrain der Moderne, ein konsequenter Außenseiter.“. „Magier der Gesichte“.


Oelze. Mehrfacher Documenta- und Biennale-Teilnehmer, Träger mehrerer großer Kunstpreise. Die Surrealisten bewunderten seine Bilder, Max Ernst verehrte ihn - und umgekehrt. Horst Janssen und Friedensreich Hundertwasser kamen nach Worpswede, um Oelze aufzusuchen. In späten Jahren Ausstellungsbeteiligungen in Rio de Janeiro, New York, Rom und Tokio – in Worpswede wusste man seinerzeit mit seiner Kunst nichts anzufangen.


Oelze. Sein Bild „Erwartung“ wurde zu einer Ikone des 20. Jahrhunderts, prangt von Buchtiteln und CD-Covern und fand motivisch Eingang in Filme – dass es Oelze gemalt hat, weiß kaum jemand.


Oelze, der vermeintliche Einzelgänger, kam 1939 nach Aufenthalten an den Brennpunkten der Avantgarde (Dresden/Weimar, Paris, Berlin und Ascona) nach Worpswede. Er blieb bis 1962. 70 Jahre nach Oelzes Ankunft in Worpswede ermöglichte WELT---OELZE den Besuchern eine Begegnung mit Oelzes künstlerischem Kosmos und seinem Lebensweg.



Pressestimmen



„Als ob der Maler in einem seiner surrealen Bilder gelandet sei ...“

Nordsee-Zeitung, 15. Juli 2009


„Diese Worte erklingen in einem Raum, dessen Wände durch verschiedene Materialien organische Strukturen bilden. Unheimlich ist es in diesem Raum, in den nur wenig Licht eindringt. Es ist, als betrete man ein Gemälde Richard Oelzes. (...) Der Besucher begibt sich auf den Weg durch das Gelände und gelangt an verschiedene Stationen, an denen er dem Wesen und Werk des surrealistischen Malers näherkommt. (...) Die anfänglichen Gespräche verstummen. Nachund nach kehrt Ruhe bei den Besuchern ein, so dass allein die Klänge und Stimmen den Raum im Wald beherrschen. Man erfährt Biografisches, hört etwas über seine Bilder und Auszüge aus seinen Lieblingsbüchern. Oelze selbst begegnet dem Besucher in Gestalt Oliver Peukers immer wieder. Still und menschenscheu geht er seiner Wege. Hier und da macht er kurzen Halt, so dass man ihn in der Begegnung mit seiner Stiefenkelin Nina oder in einem Radiointerview erlebt, oder auch sieht, wie er schnell in seinem kleinen haus verschwindet, um sich vor den Menschen zu schützen. (...) Intensive Gespräche gab es im Vorfeld der Produktion mit der Enkelin Nina Schargorodsky und ihrem Vater Till, der während der Aufführung bemerkte: „Wenn ich nicht wüßte, dass Oelze tot ist, würde ich sagen, er ist hier.“. Ein größeres Lob konnte Oliver Peuker sicher nicht für die Rolle bekommen. Doch gilt das Lob für die gesamte Inszenierung, die es möglich macht, diesem Einzelgänger, der mit seinen surrealistischen Bildern internationale Anerkennung erlangte, näher zu kommen.

Diese Bilder entstehen in der Inszenierung durch die Lichtgestaltung von Holger Klede direkt in der Natur, so dass man nicht nur etwas über Oelze hört, sondern auch seine Bilder überall ahnen kann. Eine wirklich eindrucksvolle theatrale Installation, bei der man die Möglichkeit hat, an weiteren Tagen immer wieder einmal einzelne Szenen zu erleben.“

Kurier am Sonntag, 05. Juli 2009



„Es ist niemand da, der den Besucher an der Hand nimmt und durch das Barkenhoff-Gelände führt, niemand, der ihm rät, in welcher Reihenfolge die einzelnen Stationen aufgesucht werden sollten. Der Besucher darf in Freiheit selbst entscheiden, wo entlang ihn seine Wege führen. (...) Achtsam und ohne Zeitdruck sollte sich der Besucher die beeindruckende Theaterinstallation der Cosmos Factory zu Gemüte führen, die ein gelungenes Experiment ist. Was hätte besser zu Oelze und seiner Kunst gepasst? “

Osterholzer Anzeiger, 08. Juli 2009



„Um Leben und Werk des Surrealisten Richard Oelze drehte sich der Stoff, dem das Publikum auf neuen Theaterpfaden folgte. ,Jede und jeder ist hier mit einem anderen Blick rausgegangen. Jeder Mensch war sein eigener Dramaturg“, schwärmt Beate Arnold von der Barkenhoff-Stiftung. Die freie Form der Inszenierung habe Maßstäbe gesetzt. Begeistert begaben sich die Besucher auf die Spurensuche und begegneten „ihrem ganz eigenen Oelze“, wie Peuker sagte. Von der Familie des Künstlers hat er großes Lob geerntet.“

Wümme-Zeitung, 02. September 2009



Aus dem Gästebuch



„Tiefer kann man nicht fallen als ins eigene Herz ...“


„Eine traumhafte tief berührende Atmosphäre, die an alle Geheimnisse rührt ... danke für dieses einmalige Geschenk. Tief berührende Lebenswahrheiten in wunderbarer Darstellung. Damit „heim“ gehen und weiterwirken lassen ... Ich bin erfüllt von Dankbarkeit.“


„Besser kann es nicht gemacht werden. Ich bin und bleibe tief beeindruckt.“


„Sehr stimmungsvoll - sehr eindrucksvoll! Vielen Dank für so viele Impressionen!“


„Seit Jahren besuchen wir die Aufführungen und sind immer begeistert von Darstellern und dem großen Engagement. Weiter so! Vielen Dank!“


„Tolle Kulisse, sehr schöne Ausleuchtung und eindrucksvolle Einblicke in Oelzes Leben.“


„Eine gute Gelegenheit, sich zu öffnen und zu empfinden. Danke.“


„Einen lieben Gruß an die erleuchtete Nacht!“


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Das Team


Mit:

Idee, Konzept, Inszenierung:

Live-Musik:

Licht:

Bühnenbild & Ausstattung:

Bühnenbau:

Technik:

Fotos:

Produktionsleitung:

Ein Gemeinschaftsprojekt der Cosmos Factory in Kooperation mit der Barkenhoff-Stiftung Worpswede


Mit freundlicher Unterstützung von

Land Niedersachsen

Landschaftsverband Stade

EWE Stiftung

Waldemar Koch Stiftung

 

Theatersommer auf dem Barkenhoff Worpswede (2009)

WELT - - - OELZE  -  Nächtliche Wege zu Richard Oelze


Eine individuell begehbare theatrale Installation - in Zusammenhang mit der Richard-Oelze-Ausstellung „Wenn auch von anderer Schönheit“ im Heinrich-Vogeler-Museum / Barkenhoff.