TETJUS TÜGEL - EINE HOMMAGE

Theatersommer auf dem Barkenhoff Worpswede (2006)


Im Mittelpunkt des Stückes steht mit Tetjus Tügel eine der ungewöhnlichsten Künstlerpersönlichkeiten Worpswedes. Exzessive Lebenslust und dunkle Melancholie, zwischen diesen Polen pulsierte das schillernde Leben des anti-bürgerlichen Autodidakten und „Allround-Genies“ Tetjus Tügel (1892 - 1973). Gleichermassen als Dichter, Maler und Musiker begabt, lebte er mit Unterbrechungen 30 Jahre lang in Worpswede.

Unzählige Geschichten und Gerüchte ranken sich um Tügel, seine sieben Ehen, seine legendären ,Hamburger Künstlerfeste‘ und seine einsamen Wanderungen nach Lappland. Natürlich ist viel Wahres an dem, was heute noch von dem Lebenskünstler und Lebemann erzählt wird, aber es würde Tügel nicht gerecht, wenn man beim „Moorpoeten“  und „Rasputin des Moores“, als den ihn die Nachwelt erinnert, stehen bliebe.

Nächtliche Einsamkeiten, die spirituelle Auseinandersetzung mit dem Kosmos, die Beschlagnahmung einiger Bilder als „entartet“ - auch das ist Tügel, der mehr als 3000 Gemälde und Zeichnungen unterschiedlichster Stilrichtungen schuf sowie etliche Romane, Gedichte und Erzählungen veröffentlichte.

TETJUS TÜGEL - EINE HOMMAGE begibt sich in die Tiefe, sucht nach dem Tetjus Tügel hinter der Oberfläche und begegnet einem rastlos schaffenden Künstler, der von sich sagte ...

„Ein Heimatdichter? Vorsicht! Meine Heimat ist die Welt.“

TETJUS TÜGEL - EINE HOMMAGE ist ein Streifzug durch eine ganz eigene künstlerische Welt zwischen Traum und Wirklichkeit, zwischen Moor und Großstadt.

In TETJUS TÜGEL - EINE HOMMAGE sind Erinnerungen von Menschen, die Tügel noch persönlich kannten, ebenso eingeflossen wie umfassendes Original-Textmaterial, darunter auch bislang unveröffentlichte Briefe, Werke und persönliche Aufzeichnungen aus dem Nachlass von Tetjus Tügel. Dieser wurde der Cosmos Factory dankenswerterweise von Tetjus Tügel jr. für die Stückentwicklung zur Verfügung gestellt. Gedichte Tügels wurden für die Inszenierung vertont; Schauspieler und Musiker agieren auf und um den Teich des Barkenhoff.

Pressestimmen

Ute Falkenstein und Oliver Peuker, die für Konzept, Stück, Regie und Ausstattung verantwortlich sind, haben es geschafft, einen überaus wirksamen Bilderreigen zu gestalten. Dass daraus geradezu ein Gesamtkunstwerk von wagnerischen Ausmassen geworden ist, liegt gewiß an der grandiosen Kulisse: die Cosmos Factory baute eine Bühne und einen langen Steg in den idyllischen Teich am Fuße des barkenhoffs. Ein alter Moorkahn dient den Schauspielerns als Fortbewegungsmittel und hinterlässt malerische Spuren im Entengrün. Die Regie von Ute Falkenstein und Oliver Peuker, der auch souverän als Schauspieler in mehreren Rollen agierte, erfand starke Bilder für ein Leben, das eigentlich Stoff für mehrere Biographien böte. (...) Der Weg nach Worpswede lohnt sich, bereichert er doch die Tügel-Deutung mit spektakulären und zum Teil atemberaubend schönen Bildern.
Bremervörder Zeitung, 08. Juli 2006
Den umfassenden Begabungen Tügels wurde die Cosmos Factory durch Bewegung und Vielseitigkeit gerecht, ließ die glänzend aufgelegten Schauspieler gleich auf drei Bühnen rezitieren und träumen, singen und tanzen. Multi-Instrumentalist Ralf Benesch trug mit vertonten Gedichten einen wesentlichen Teil zum oft schwebend leichten Spiel bei: Schlagzeug und Saxofon zugleich, für ihn gar kein Problem. Tempowechsel und starke Kontraste bestimmten eine Inszenierung, die mit wenigen Requisiten lange nachwirkende Bilder erzeugte, Stimmungen auskostete, dann wieder mit schnellen Schnitten antrieb: ganz großes Kino. ‚Donnerwetter’, lautete so ein zusammenfassender Schluss-Kommentar aus dem Publikum.
Sonntagsjournal, 09. Juli 2006
Falkenstein und Peuker, die auch Regie geführt haben, haben den Abend in die Form eines Reigens gefasst, der einem Totentanz nahe kommt: „Der Tod“ (Oliver Peuker) höchstpersönlich ist immer präsent, begleitet den Getriebenen Tügel (Thomas Lindhout) auf seinem Lebensweg. Da trifft es sich gut, dass der von Froschlaich überzogene Teich einem geheimnisvoll unterweltlichen Styx gleicht, auf dem die Lebenden mit einem Kahn ins Reich der Toten gerudert werden. Überhaupt steckt in der Spielfläche viel Kraft und Symbolik. (...) ein sehr intensiver Abend, der ein eindringliches Portrait eines Künstlerlebens ist ...
Weserkurier, 08. Juli 2006
Mit der Hommage an Tetjus Tügel lässt das Ensemble den Zuschauer Zeit und Raum vergessen, zieht ihn tief in das Leben Tügels hinein und bringt ihm gleichzeitig gesellschaftliche und politische Situationen näher. Eine außergewöhnliche, wahrlich sinnliche, rauschhafte und poetische Inszenierung in einer traumhaften Kulisse.
Osterholzer Kreisblatt, 08. Juli 2006
‚Tetjus Tügel’ feierte glanzvolle Premiere in Open-Air-Kulisse: Tosender Endlos-Beifall erfüllte den traumhaften Garten des Barkenhoff, über den sich die Dunkelheit gesenkt hatte und der anheimelnd, fast gespenstisch von Scheinwerfern erleuchtet wurde. Die Angehörigen von Tetjus Tügel erhoben sich von ihren Stühlen, klatschten begeistert und riefen mehrfach ,Bravo!‘. Das ist wohl das größte Lob, das die Cosmos Factory und das fünfköpfige Schauspieler-Sänger-Musiker-Tanz-Ensemble für sich verbuchen darf. Mit Applaus brachten die zahlreichen Gäste auf der überdachten Tribüne ihre Hände zum Glühen.
Osterholzer Anzeiger, 06. Juli 2006
Der Barkenhoff Worpswede – wenn es diesen wildromantischen Platz nicht schon gäbe, müsste er doch einfach erfunden werden.
Sonntagsjournal, 09. Juli 2006
,Tügels Leben ist ein Steinbruch ohnegleichen‘, sagt Ute Falkenstein von der Cosmos Factory. Sie hat zusammen mit Oliver Peuker eine „Hommage“ erarbeitet, die sich auf der wie gemalt in mildem Scheinwerferlicht daliegenden Naturbühne nebst Teich und Kahn hören und sehen lassen kann. (...) Der Regie und dem Ensemble gelingt eine zugleich stimmungsvolle und dichte Inszenierung. Das Schöne dabei ist, dass bei allem abendfüllenden Ernst auch Komik und Parodie aufblitzen können.
Nordsee-Zeitung, 10. Juli 2006
Hinter vielen Masken Tetjus Tügels die Wahrheit dieser ungewöhnlichen Künstlerpersönlichkeit zu entdecken, darin lag die Herausforderung für Ute Falkenstein und Oliver Peuker, die das Konzept erarbeitet haben und Regie führten. Eine aufwendige Recherche ging der Entwicklung des Stücks, das zu etwa 80 Prozent aus Originaltexten besteht, voraus. Der jüngste Sohn Tügels hat den gesamten Nachlass zur Verfügung gestellt, den es zu sichten galt. Darüberhinaus verbrachten Oliver Peuker und Ute Falkenstein einige Zeit in Hamburg, der Heimatstadt Tügels. Sie erforschten seine Rolle als Künstler in der Hamburger Sezession, recherchierten in der Bibliothek und in Archiven. Diese besondere Arbeitsweise der Cosmos Factory, die Recherche, die in die Tiefe geht, macht das Besondere und Eindringliche aus.
Wümme-Zeitung, 04. Juli 2006
Mit TETJUS TÜGEL - EINE HOMMAGE feierte die Cosmos Factory Theaterproduktion an einem wunderbare Sommerabend eine umjubelte Premiere. Bereits mit den Stücken „Heinrich Eduardowitsch“ und „Rilke 1903“ hat die Produktionsleiterin Ute Falkenstein mit ihrer Truppe ein hervorragendes, eindringliches Theater geschaffen. Die neue Produktion erfuhr noch eine Steigerung durch Musik, Tanz und Gesang. Zahlreiche Gedichte wurden von Ralf Benesch, der die musikalische Leitung hat, umgesetzt. Er selbst saß am Schlagzeug, während Mitglieder des Ensembles sich musikalisch betätigten: Claudia Brand, die Querflöte spielte, und Thomas Lindhout als Tügel auf dem Akkordeon. In 20 szenischen Sequenzen bringt das Ensemble nicht allein die Lebensstationen Tügels auf die Bühne, sondern vermag auch das Lebensgefühl, das Temperament, sein Lieben, Sehnen und Leiden eindringlich zu vermitteln, so dass die Zuschauer der Persönlichkeit des Malers, Musikers und Poeten sehr nahe kommen.
Wümme-Zeitung 08. Juli 2006

Cosmos Factory Theaterproduktion

Oliver Peuker & Ute Falkenstein GbR
Teufelsmoorstr. 4a
27711 Osterholz-Scharmbeck / Teufelsmoor
Tel. 0049 – (0)4796 – 95 20 95
e-mail info@cosmosfactory.de

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